Referat Technologie und Innovation

Impressionen von der Veranstaltung DasFORUM'19 - Technologie.Innovation.Crowd (Bild: SIAK/Martin Koch)

Impressionen von der Veranstaltung DasFORUM'19 - Technologie.Innovation.Crowd (Bild: SIAK/Martin Koch)

Transfer: Wie Ideen, Wissen und Technologien ihren Weg finden

Ein faserverstärkter Kunststoff, der Fahrzeuge leichter macht; eine Software, die komplexe Datensätze in Windeseile untersucht; Bakterien, die Plastik zersetzen; neue Verfahren, die Produktionsprozesse effizienter machen – Beispiele wie diese gibt es viele. An der TU Kaiserslautern wird an solchen und vielen anderen anwendungsrelevanten Fragestellungen geforscht. Doch wie können Ideen, Verfahren, Techniken und Produkte zur Anwendung kommen?

An der TUK bietet das Referat Technologie und Innovation (RTI) hierbei Beratung und Unterstützung an. „Wir fungieren als Schnittstelle zwischen Universität, Wirtschaft und Gesellschaft und helfen, Ideen und Projekte auf den Weg zu bringen“, sagt Dr. Cornelia Blau, die das RTI leitet. Dabei ist das Aufgabenspektrum vielfältig – der Transfer läuft auf verschiedenen Wegen und in unterschiedlichen Formaten ab: Vom Auftritt auf dem Messeparkett über Patentinformation bis zur Unterstützung beim Gründen, aber auch das Netzwerken und persönliche Kontakte spielen eine bedeutende Rolle.

Für das Thema Messen zeichnet sich Klaus Dosch im Referat verantwortlich. Er unterstützt Forscherinnen und Forscher sowie Startups bei Auftritten auf internationalen Veranstaltungen wie der Hannover Messe. Er steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite, kümmert sich um die Planung des Standes, organisiert den Transport der Exponate auf die Messen, liefert die notwendigen Informationen für den Internetauftritt und so weiter. „Präsenz auf Messen hilft, Kontakte mit potenziellen Partnern oder Geldgebern zu knüpfen“, sagt Blau. „Auch gerade für Start-ups sind Auftritte auf Messen wichtig, um die eigenen Produkte oder Dienstleistungen einem Fachpublikum zu präsentieren. Darüber hinaus ist Dosch Ansprechpartner für Unternehmen, wenn es um Kontakte in die Universität hinein geht.“

Das Patent- und Informationszentrum (PIZ) unterstützt Erfinderinnen und Erfinder aus Wissenschaft und Wirtschaft bei der Anmeldung eines Patents bzw. Gebrauchsmusters sowie einer Marke oder eines Designs. Zudem bietet das PIZ-Team um seinen Leiter Jan-Ulrich Glup einmal im Monat eine kostenfreie Erfinder-Erstberatung durch Patentanwälte an. „Das PIZ ist in Rheinland-Pfalz der einzig autorisierte Kooperationspartner des Deutschen Patent- und Markenamtes“, sagt Blau. Es blickt bereits auf eine lange Geschichte zurück, denn es öffnete seine Pforten für Erfindungswillige bereits 1881. Regelmäßig organisiert das PIZ auch Veranstaltungen, auf denen es über seine Serviceleistungen informiert. Es bearbeitet rund 2.300 Anfragen pro Jahr und führte im letzten Jahr 1.100 Beratungsgespräche durch Hilfe und Unterstützung beim Gründen.

Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Unternehmen zur gründen, ist ebenfalls im RTI richtig. Seit 2008 gibt es hier das gemeinsame Gründungsbüro der TU Kaiserslautern und der Hochschule Kaiserslautern. „Wir waren damals mit einer derartigen Einrichtung für die Vorgründungsphase die ersten in Rheinland-Pfalz“, sagt Blau. In den Folgejahren kamen an den Hochschulstandorten Koblenz-Landau, Mainz, Trier und Worms Gründungsbüros dazu. „Mit ihnen arbeiten wir heute eng zusammen, um für mehr Gründergeist an den Hochschulen zu sorgen.“ In persönlichen Gesprächen und Veranstaltungen berät und begleitet das Kaiserslauterer Gründungsbüro Gründungsinteressierte dabei, ihre Ideen zu verfolgen und den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen. Ferner hilft das Team um seinen Leiter Dr. Bernhard Schu beispielsweise dabei, Förderanträge zu erarbeiten und einzureichen. Auch beim Thema Crowdfunding kann es eine große Expertise vorweisen. Mit dieser Form der Finanzierung können zum Beispiel angehende Unternehmen ohne großen Aufwand eine Vorfinanzierung ihres Produktes realisieren, in dem sie ihre Zielgruppe von ihren Ideen begeistern.

Neue Wege geht das Gründungsbüro seit 2020 mit dem Bundesprojekt „Ideenwald – Offenes Ökosystem für Gründung, Innovation und Wachstum“. Es zielt unter anderem darauf ab, ein engmaschiges Netzwerk von Gründungsinteressierten, Start-ups und etablierten Unternehmen zu schaffen sowie Begegnungs-, Werk-stätten und Kreativräume zur Verfügung zu stellen. In unmittelbarer Nähe des Campus hat außerdem das Business + Innovation Center Kaiserslautern seinen Sitz. Es bietet Startups eine passende Infrastruktur an, damit diese ihr Unternehmen weiterentwickeln können. Die Bilanz des Gründungsbüros kann sich sehen lassen: In den letzten Jahren sind aus den Gründungen an Uni und Hochschule sowie an den Forschungsinstituten mehr als 100 Unternehmen mit vielen neuen Arbeitsplätzen hervorgegangen. Über acht Millionen Euro an Fördermitteln konnten akquiriert werden, der Großteil ging als Gründungsstipendien an Startups. „Das zeigt, wie wichtig das Thema Transfer für die Region um Kaiserslautern ist“, unterstreicht Blau.

Netzwerke, Veranstaltungen und das persönliche Gespräch Auch im RTI koordinierend angesiedelt ist das Projekt „Offene Digitalisierungsallianz für die Pfalz“ (ODPfalz), das durch die Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ gefördert wird. Das Team der ODPfalz bringt Partner aus Forschung und Anwendung zusammen. Im Fokus dabei steht die Digitalisierung in den fünf sogenannten Innovationsbereichen Bildung, Fahrzeug, Gesundheit, Kreativität und Kooperation sowie Produkte. „Gemeinsam mit unseren Netzwerkpartnern entwickeln wir außerdem Strategien, um den Wissenschaftsstandort zu stärken“, fährt Blau fort.

In diesem Zusammenhang ist die Science and Innovation Alliance Kaiserslautern (SIAK) zu erwähnen. Hier arbeitet die TUK eng mit zahlreichen Akteuren aus der regionalen Forschung und Wirtschaft zusammen. Aber auch über das Leistungszentrum Simulations- und Softwarebasierte Innovation, das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Kaiserslautern, die Smart Factory Kaiserslautern und den Verein Zukunftsregion Westpfalz ergeben sich enge Verbindungen zu Forschungseinrichtungen und Unternehmen. So bestehen ferner enge Beziehungen zu Verbänden und Einrichtungen, wie etwa zu den Industrie- und Handelskammern in Rheinland-Pfalz. „Beim Transfer geht es nicht ohne Netzwerke“, sagt Blau. „Persönliche Kontakte und Gespräche, sei es auf Ebene der Universitätsleitung oder der Forscherinnen und Forscher, sind wichtig, um beispielsweise Projekte anzustoßen oder sie weiterzuentwickeln, etwa in Form von Promotionen oder Studienarbeiten.“ In der Universitätsleitung ist das Thema Transfer beim Vizepräsidenten für Forschung und Technologie angesiedelt. Er wird dabei vom RTI unterstützt.

Auch verschiedene Veranstaltungsformate tragen zum Transfer bei. Bereits seit 1989 gibt es zum Beispiel das Symposium „Das FORUM“ (früher „Technologie- und Innovations-FORUM“). „Es bietet eine passende Bühne, um Kooperationsvorhaben vorzustellen“, fährt Blau fort. Ferner bietet der ebenfalls im RTI angesiedelte Bereich Forschungsbasierter Transfer Interessierten Informationen zu Förderprogrammen an, die die anwendungsorientierte Forschung unterstützen. Mit dem Transfer von Wissen und Technologie leistet die TU Kaiserslautern seit Jahren einen Beitrag, die Region Kaiserslautern weiterzuentwickeln. So ist er nicht nur für die Universität von Bedeutung, sondern auch für die regionale Wirtschaft und Gesellschaft.

Unser Angebot an Sie:

 

 

Ansprechpartner:

Dr. Cornelia Blau

Leiterin

Referat Technologie und Innovation

Tel.: +49 (0) 631 205-3204

Email: blau(at)rti.uni-kl.de

Folgen Sie uns auf:
Zum Seitenanfang